DIE MUSEEN DER RIEGERSBURG

Kaum eine Burganlage beeindruckt so, wie die mächtige Veste Riegersburg.
Sieben Tore, elf Basteien, vier Kilometer Wehrmauern und zwei Burggräben schützen die Burg!

Im Inneren der Burg gibt es viel zu entdecken: Entdecken Sie die wunderschönen Prunkräume und Innenhöfe.

Erfahren Sie viel Interessantens und lassen Sie sich im Burg-, Hexen- und Waffenmuseum begeistern.

Noch intensiver erleben können Sie die Museen mit unseren Audioguides oder bei Führungen mit unseren erfahreren Burgführer*innen.

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BURGMUSEUM

Das Museum mit den Prunkräumen bietet eine Reise in die Geschichte der Riegersburg im 17. Jahrhundert. Zwei Frauenschicksale in der Zeit von Türkenkriegen, Frondienst und Hexenwahn aber auch barocker Lebenslust und Festkultur.

Elisabeth Katharina von Galler, von 1637 bis 1672 Burgherrin, ging aufgrund ihres unkonventionellen Lebens als die „Schlimme Liesl“ in die Geschichte ein. Allein die Tatsache, dass die Gallerin sich nicht in das enge Korsett von Normen schnüren ließ, in das Frauen im 17. Jahrhundert gepresst waren, sondern ein selbstbestimmtes Leben führte, war Grund genug für einen solchen Beinamen.

Das Schicksal der Katharina Paldauf, einer Bediensteten der Gallerin, führt zur Auseinandersetzung mit einem der düstersten Kapitel in der Geschichte der Oststeiermark, dem großen Feldbacher Hexenprozeß, einem von rund 200 steirischen Hexenprozessen. Katharina Paldauf, noch heute verharmlosend als die „Blumenhexe“ bezeichnet, war eines der Opfer, die unter dem Verdacht durch Hagel- und Wettermachen die Ernte der Bauern vernichtet zu haben, hingerichtet wurden.

Kein Wunder, dass diese beiden Schicksale fruchtbaren Nährboden für eine reiche Legendenbildung boten und die „legendären“ Geschichten über die beiden Frauen mittlerweile bekannter sind als ihre wahren.

Aber auch der Gegensatz von adeligem Leben und barockem Überfluss einerseits und Armut, Aberglauben und Türkenkriege andererseits wird im Burgmuseum deutlich. Raum-, Video- und Toninstallationen ermöglichen eine Kombination von Erleben und Erfahren.

HEXENMUSEUM

Das Hexenmuseum wurde 2017 neu und zeitgemäßer gestaltet. Videos und Ton-Installationen ebenso wie informative Texte vermitteln ein verständliches Bild einer Zeit und einer Geisteshaltung die uns einerseits fremd, andererseits aber vielleicht nur allzu vertraut sind. Denn Themen wie Ausgrenzung, Verfolgung etc. sind so aktuell wie eh und je.

Vor allem im 17. Jahrhundert – bis Mitte des 18. Jahrhunderts – wurde auch in der Steiermark rund 300 angeblichen Hexen und Zauberern der Prozess gemacht. Wobei nicht nur Außenseiter und sozial schlechtgestellte Gefahr liefen, mit den absonderlichsten Anschuldigungen belastet und letztendlich hingerichtet zu werden. In den neu gestalteten Räumen erhält man Einblick in dieses dunkle und rätselhafte Kapitel der Landesgeschichte.

Beim größten steirischen Hexenprozess in Feldbach von 1673 bis 1675 befand sich unter den ca. 95 beschuldigten Männern und Frauen auch Katharina Paldauf, die Burgpflegersgattin der Riegersburg, die vor allem als die Riegersburger “Blumenhexe” bekannt wurde.

Das Hexenmuseum geht auf die Steirische Landesausstellung “Hexen und Zauberer” im Jahre 1987 zurück. Diese Landesausstellung war mit etwa 360.000 Besuchern eine der erfolgreichsten aller Zeiten. 1988 wurde die Ausstellung auf etwa die Hälfte der Räume reduziert und als “Hexenmuseum” erfolgreich weitergeführt.

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WAFFENMUSEUM

Das Waffenmuseum präsentiert Rüstungen und Schwerter, Hieb- und Stichwaffen, Gewehre und Pistolen. Handwerkskunst und technische Fertigkeiten aus 400 Jahren. Verteidigung und Angriff, Jagd und Vergnügen.

Diese Waffensammlung, bestehend aus Rüstungen und Rüstungsteilen, Säbeln und Degen, verschiedenen Hieb- und Stichwaffen, Gewehren verschiedenster Typen, Pistolen etc. befand sich bisher im Burgzeughaus und in Depots. 

Die umfangreiche Waffensammlung umfasst Objekte vom Spätmittelalter, 15. Jahrhundert, bis in die frühe Neuzeit, das 17. Jahrhundert. Dass aus dieser Epoche am meisten vorhanden ist, verwundert nicht, war doch die Riegersburg in dieser Zeit als „Stärkste Festung der Christenheit“ bekannt.

Der zeitliche Bogen spannt sich vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert und zeigt die Veränderungen in der Waffentechnik, insbesondere die der Feuerwaffen. Die thematischen Schwerpunkte sind Waffen für den Kampf (rote Vitrinen), für die Jagd (grüne Vitrinen) sowie für Prunk und Vergnügen (gelbe Vitrinen). Abschließend wird ein Vergleich zu modernen Waffen gezogen.

Der Besucher wird in das Museum mit einbezogen, d.h. das Berühren (einiger) Objekte und das Hantieren damit ist ausdrücklich erwünscht.

SONDERAUSSTELLUNG

Seit 200 Jahren ist die Familie Liechtenstein mit der Riegersburg verbunden. So lange, wie keine Familie davor!

Am 22. Oktober 1822 hat Fürst Johann I. die Riegersburg ersteigert. Anlässlich dieses Jubiläums gibt es im Zeughaus der Riegersburg (zwischen 1. und 2. Brücke) eine Sonderausstellung. Die Verknüpfung der Geschichte der Riegersburg mit Persönlichkeiten aus der Familie wurde dabei künstlerisch interpretiert von einem Künstler aus unserer Region – Andreas Stern. Wissenschaftlich und historisch begleitet wurde die Ausstellung von Dr. Gerhard Fischer, der schon in den letzten Jahren viel über die Familie in der Weststeiermark geforscht hat.

Im Zuge der Recherchen sind viele interessante, spannende und bis dato unbekannte Geschichten zu Tage befördert worden. So zum Beispiel, dass sich Johann Josef ein Sommerschloss am Fuße der Riegersburg erbauen ließ, Franz de Paula die Burg vor ca. 170 Jahren zur Ruine demolieren wollte oder Alfred Geza den Vatikan mit Obst aus Riegersburg belieferte. Dazu haben wir viele Fotos, Briefe und Tagebucheinträge gesammelt.

200 Jahre Familie Liechtenstein